Hose (Jeans) am Bund enger nähen

Bei all dem Zirkus um Fast Fashion und der immer seltener werdenden, gut bezahlten Näherin frage ich mich regelmäßig, wie viel genau ein Paar Jeans zum Beispiel kosten müsste, um ethisch unbedenklich zu sein. Wir zahlen mehr wenn wir zum Abendessen zu unserem Lieblingsitaliener gehen. Da kann doch irgendetwas nicht stimmen. Und eigentlich ist es auch schon längst zu spät, um die Konsequenzen einer billig produzierten Jeans zu ignorieren: Allein im Mai 2016 sind in Fabriken in China und Bangladesh innerhalb von zwei Wochen elf Menschen gestorben, weil es einen Brand oder Verfall der Bausubstanz gab. Die Produktionsstätten sind zu großen Teilen marode und so schlecht ausgestattet, dass solche Vorfälle keine Überraschung mehr darstellen. Es stimmt also: Menschen sterben, um unsere Kleidung herzustellen. Das muss aufhören. Ich habe dir hier ein Link zu YouTube der den Weg einer „Billig Blue Jeans“ zeigt.

Wasserverbrauch einer Jeanshose?

Bei einer Jeans mit circa 800 Gramm Gewicht macht das 8.000 Liter. 85 Prozent davon verbaucht die Herstellung der Baumwolle, davon fließen mehr als die Hälfte für die Bewässerung auf die Felder. Die restlichen 15 Prozent sind für alle weiteren Verarbeitungsschritte notwendig. Nicht gerade wenig wenn in den meisten Ländern, in denen die Baumwolle angebaut Wasserkanppheit herrscht.

Jeans Upcycling oder reparieren?

Ich möchte dich hier inspirieren, deine Jeans nicht einfach sorglos in den Mülleimer zu schmeißen, sondern erstmal zu schauen was passt nicht, was kann ich ändern oder aus der Jeans noch machen? Ich habe meine Hose vor ca. 4,5 Jahren gekauft, habe dann nochmal etwas abgenommen und schwupp sie passt nicht mehr. Nachdem sie nun mehr als 3 Jahre im Schrank lag, bekommt sie ein neues Leben. Der Bund an meiner Hose war um 5 cm zu weit. Oberschenkel und alles andere passt. Sie hat auch keine Löcher.

Ich nehme dich Schritt für Schritt mit und zeige dir, wie ich meine Jeanshose am Bund angepasst habe.

  • Ziehen die Hose an.
  • Stecken den Bund auf die passende Weite ab. Ist der Bund aus dehnbarem Stretch-Stoff, stecke lieber etwas mehr ab.
  • Ziehen die Hose wieder aus und messe das (weg zunehmende) Maß mit einem Maßband nach.

Ich trenne zuerst die Gürtelschlaufen auf, dann den Bund und die kleine Kappnaht die zum Bund führt.

Den Bund schneide ich an der hinteren Mitte durch, den dieser muss später ebenfalls angepasst werden.

Von der hinteren Mitte, 6 cm entfernt, zeichne ich mir links und rechts zwei Abnäher Linien ein. Die Abnäher Linien nehmen jeweils 3 cm Stoff weg. Der Abnäher wird genäht wie an einem Oberteil. Anfang und Ende verriegeln.

So sieht es vernäht von der linken Stoffseite aus. Probiere die Hose nun an und schaue ob es passt, oder eventuell zu viel oder zu wenig weggenommen wurde.

Der Bund wird nun in ein paar Schritten wieder angenäht. Zuerst den äußeren Bund der neuen Weite anpassen und dann den innenliegenden Bund anpassen. Hier langsam und sauber arbeiten, so das es am Ende schön vernäht ist.

So sieht der innenliegende Bund aus. Mein Bund hatte einen Schrittzug auf der linken Seite, dieser sieht nun nicht mehr ganz so schön aus. Stört aber nicht, da es getragen nicht zu sehen ist.

Jetzt wird noch der Bund an der Hose festgenäht. Achte hier darauf, dass du alle Stofflagen beim Nähen greifst, langsam und sauber arbeiten. Wichtig auch, das sich hier keine Falten in den Stoff legen, dazu war das genaue Nähen des Bundes sehr wichtig. Das er auf die „neue“ Weite exakt angepasst wurde.

Zum Schluss wird noch die Gürtelschlaufe angenäht und fertig. (Ich habe mich dazu entschieden nur eine Gürtelschlaufe anzunähen, vorher waren es zwei. 🙂 ) Mit ein paar Stickereien habe ich die Hose etwas aufgepeppt. Fertig und kann nun hoffentlich die nächsten Jahre getragen werden.


Weil ein Video manchmal mehr sagt als ein Bild, findest du auf YouTube ein Video dazu.

Ich wünsche dir viel Spaß beim ausprobieren und Nähen. Teile dein Werk auf Instagram und verlinke mich im Bild oder Text und ich teile es gerne bei mir in der Story. So können wir uns gegenseitig inspirieren. Eure Yvonne 🙂

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